26. Workshop in München, FfE - 2018 (Rückblick)

 

  
Prof. Dr. Mauch über die Forschungstätigkeiten der FfE

Am 14.09.2018 fand der erste Expertenworkshop der GEE bei der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) in München statt. Neben drei Präsentationen aus der praxisrelevanten Forschung konnte die GEE drei Experten aus der Praxis gewinnen, die den 26 Workshopteilnehmenden aktuelle Themen präsentierten. Nach einem Willkommenswort vom GEE-Vorstandsmitglied Dr. Michael Bucksteeg stellte Prof. Dr. Mauch die Forschungstätigkeiten und -projekte der FfE vor. Danach begann der Workshop mit der Präsentation von Steffen Beise vom Karlsruher Institut für Technologie über sein Masterarbeitsthema „Systemdienliche Nutzung von elektrochemischen Energiespeicher- anlagen bei Windenergiedirektvermarktung zur Vermeidung von Netzausbaukosten“. Weitergeführt wurde die Diskussion von Seyedfarzad Sarfarazi vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Stuttgart, der das Thema der Energiespeichernutzung weiter ausführte und sein Dissertationsthema „Analysis of Decentralized Generation and Consumption Structures in the Energy System based on Agent-Based Methods“ vorstellte. Abgeschlossen wurde der erste Block von Alexander Bogensperger von der Forschungsstelle für Energiewirtschaft in München mit dem Thema „Die Blockchain-Technologie: Anwendungsfälle im liberalisierten Energiemarkt“.

 Im zweiten Block stellten dann die Experten aus der Praxis Sarah Schweizer, Julius Ecke und Marcel Schwarz aktuelle Themen vor. Frau Schweizer von Schweizer Legal präsentierte Eckpunkte der EU Direktive „Clean Energy Package“. Vor allem ging Sie auf das Thema Selbstversorgung ein, die durch die neue Direktive besser unterstützt werden soll. Julius Ecke von enervis energy advisors referierte danach über die Grundversorgung von Gas und Strom in Deutschland und die veraltete Struktur der Gesetzeslage und stellte eine Möglichkeit vor, eine Liberalisierung der Grundversorgung zu stimulieren. Am Ende des zweiten Blocks stellte dann Marcel Schwarz von Ecofys Germany die aktuellen Herausforderungen des CO2-Emissionshandels vor. Dabei ging er auf die bisher  zu niedrigen Preise im CO2-Handel ein und stellte die Frage, ob die resultierenden Überwachungskosten für Emittenten sinnvoll sind und ob eventuell eine Einführung von Mindestpreisen im Emissionshandel zu einer Stabilisierung der CO2-Preise beitragen würde.

Hervorzuheben war die Paneldiskussion am Ende des Expertenworkshops. Dort diskutierten die Experten Sarah Schweizer, Julius Ecke und Marcel Schwarz mit Prof. Wolfgang Münch, Dr. Serafin von Roon und Dr. Michael Bucksteeg, der die Diskussion moderierte. Begonnen wurde die Diskussion über die von Herrn Julius Ecke vorgestellte Idee, die Grundversorgung als Ausschreibungsmodell an Versorgungsbetriebe zu gestalten. Das Ziel, dass die Endkundenkosten sinken, wurde auf Basis der Machbarkeit diskutiert. So stellte auch das aktive Publikum die Frage, ob es tatsächlich zu dem gewünschten Wettbewerb komme oder ob es zur Segregation kommen könne, dass sozialschwache Haushalte in eine Energiearmutsspirale verfielen, oder ob ein Ausschreibungsmodell nicht weitere Transaktionskosten produziere.

Darüber hinaus wurden das EU ETS und geeignete Mechanismen diskutiert, den Emissionshandel so zu gestalten, dass genügend Anreiz geschaffen wird. Diese Frage wurde vom Publikum gerne aufgenommen und Mechanismen wie Mindestpreissetzung und Maximalmengendecklung wurden diskutiert sowie mögliche Auswirkungen auf den Kohleausstieg oder die Verwendung für den Verkehr. Herr Schwarz stellte dabei auch das Staats- und Gesellschaftsdenken in Frage und wies darauf hin, dass die CO2-Emission eine große und sehr langfristige Auswirkung auf die Menschheit hat und nicht nur auf Nationalstaaten.

Das Clean Energy Package wurde dann nochmals aufgegriffen und die Diskussion auf die Verteilnetzbetreibung fokussiert. Frau Schweizer zeigte auf, wie die Betreibung von Verteilnetzen im Einspeisemanagement flexibilisiert und gestärkt werden soll. Jedoch verwies sie auch auf die Regulierung, dass Ladesäulen und Energiespeicher nicht von Verteilnetzbetreibern betrieben werden sollen. Fokussiert wurde die Diskussion auf die Problematik von Geschäftsmodellen von Ladesäulen. So stellte sich die Frage, ob es möglich sei, dass Elektroautobesitzende einen Tankvertrag mitbringen können und so keinen Strom vom Ladesäulenbetreibenden beziehen müssen. Außerdem wurden die baurechtlichen Vorgaben und die Kosten diskutiert, mit denen Ladesäulen flächendeckend gebaut werden können.

Zum Abschluss des gelungenen Workshops lud die GEE alle Teilnehmenden zu einem gemeinsamen Networkingabendessen ein. Das wurde von allen Teilnehmenden positiv aufgefasst und alle nahmen ihre Fragen mit zur weiteren Diskussion.